Schrauben 2021

Nun ist es soweit. Am ersten etwas wärmeren Wochenende ging’s in die Garage um nach der XS zu schauen. Das sollte eigentlich schon früher passieren.

Wie Ende 2020 schon befürchtet gibt es einen Gewindeschaden rechts an der Ölsteigleitung. Die Hohlschraube packt nicht mehr zuverlässig, das Gewinde im Ventildeckel ist teileise ausgebrochen.

Eine Reparatur in eingebautem Zustand ist mir zu heikel. Bohr- und Gewindeschneidreste könnten unerkannt in die Ölkanäle rutschen und dort für Unheil sorgen. Also alles wieder raus…

Das Gewinde sah vor zwei Jahren ok aus. Konnte das auf Fotos nachprüfen. Was da nun schief gelaufen ist kann ich mir nicht so recht erklären. Mit Drehmomentschlüssel festgezogen und nachziehen nach Leckage im Frühjahr 2020 hat dem Gewinde wahrscheinlich den Rest gegeben.  Oder hatte ich den Drehmoschlüssel falsch eigestellt? Jetzt wird erstmal Zeugs bestellt. Dichtungen und neue Sicherungsscheiben für Kupplungskorb und Antriebsritzel. Auch ein Nockenwellenlager läuft etwas rau und wird ersetzt, ebenso wie die vordere Steuerkettenschiene.

Und natürlich kann wieder stundenlang geputzt werden…

Bestandsaufnahme nach 2020

Nun war ich doch neugierig und habe schon mal ein wenig geschraubt an der XS. Seitendeckel rechts, Kupplung und Ölsieb: die Vernietung des Kupplunskorb ist ok, kann so wieder eingebaut werden. Ein wenig Schlamm und ein paar metallische Rückstände sind im Sieb zu finden. Nix wildes, wie jedes Jahr. Den Anlasserfreilauf habe ich noch nicht seziert. Ich denke, dass die paar Metallflocken im Sieb daher kommen. Bin mal gespannt ob das nächstes Jahr mit synthetischem Öl anders aussehen wird.

Unterm linken Seitendeckel sieht es leider etwas schmuddelig aus. Da verliert die XS unplanmäßig Öl. Hatte zwar dieses Jahr keine Tropfen unter dem Mopped, doch habe ich in dem Bereich unten immer mal einiges wegwischen müssen.

Die Kupplungsdruckstange scheint es nicht zu sein. Das Öl wurde vom Antriebsritzel weggeschleudert. Eventuell ist der Wellendichtring nicht mehr ok. Aber auch die Verschraubung des Ritzels war leider nicht mehr richtig fest.

Da war fast kein Drehmoment mehr drauf. Das Blech als Schraubensicherung hat seinen Dienst erledigt, das Ritzel schlackerte nicht, doch könnte sich Öl dort vorbei gedrückt haben. Sieht ein wenig so aus, als wenn es da rausgeschleudert wurde.

Mehr Sorgen macht mir die Ölsteigleitung rechts. Die war nach der Restauration am Kopf undicht. Die Verschraubung hatte ich Anfang 2020 nochmal mit neu ausgeglühten Kupferringen und korrektem Drehmoment festgezogen. Damals fühlte sich das Gewinde bereits etwas „teigig“ an und und nun leckt es dort wieder minimal raus.

Es ist wirklich nicht viel, doch ein Nachziehen scheint mir nicht zielführend, da ich befürchten muss, dass das Gewinde nicht mehr gut ist. Falls da eine Gewindereparatur erforderlich wird muss der Motor wieder raus. Dann kommt der Ventildeckel runter und weil dazu die Kopfschrauben zu lösen sind wird ein Tausch der Fuß- und Kopfdichtungen sich nicht vermeiden lassen. Also Nockenwelle raus und Steuerkette runter… alles wieder anfassen wie vor zwei Jahren. Top Ende Rebuild halt. Wenn alles Material vorhanden ist braucht es ein Wochenende oder mehr…

Das macht halt den Unterschied zu einem modernen Mopped aus. Auch nach einer Restauration ist nicht alles perfekt. Einmal im Jahr zum Händler und ein paar Hunderter für eine Inspektion abdrücken geht halt nicht und das ist auch gut so. Zumindest in meinem Fall.

… to be continued…

 

 

 

 

 

 

Saisonende 2020

Die XS-Corona Saison 2020 ist nun beendet. Kilometerstand 50.172.

Bei noch warmem Motor Öl abgelassen, die Schwimmerkammern entleert und die Batterie ausgebaut, damit zwischendurch der Ladestand kontrolliert werden kann. Bei Bedarf wird nachgeladen.

3.330 Km in 2020 sind nicht die Welt. Pandemie bedingt bin ich weniger gefahren und meistens alleine ohne einkehren… Eine Alpentour war dabei mit Oneway Anreise im Autozug nach Innsbruck. Sehr bequem, da ich wegen Corona das Schlafwagenabteil für mich alleine hatte.

Gab es 2020 irgend etwas zu schrauben? Kleine Reparaturen oder gar Ausfälle? Fehlanzeige; nur Tanken, etwa Öl nachkippen, Kettenpflege und Reifendruck kontrollieren. Den Ölverbrauch habe ich nicht nachgehalten, war aber wenig…

Beachtenswert ist der Reifenverschleiß. Die BT45 haben jetzt 7.513 Km hinter sich und vorne wie hinten recht gleichmäßig verteilt noch 4mm Restprofil. Da geht auch noch eine weitere Saison… Der Vorderreifen bildet bekanntermaßen einen deutlichen Sägezahn aus. Zwischendurch neigte das Vorderrad dadurch etwas zum Flattern, aber alles sehr harmlos und gut beherrschbar.

Die Zylinderkopfdichtung schwitzt immer noch. Mal mehr, mal weniger. Bisher fahre ich mineralisch 20W-50 und werde auf synthetisch 10W-60 wechseln. Vielleicht hilft das. Auch kann ich dann die Wechselintervalle etwas strecken.

Was bleibt dann noch für 2021 zu tun? Wie in der Vergangenheit schon geschrieben muss der rechte Seitendeckel nochmal ab, da ich den Anlasserfreilauf überprüfen will. Der spurt nicht zuverlässig ein.  Wenn er drin ist, ist es gut, da das der modifizierte von Steffi ist. Dazu muss die Kupplung auch raus und der bei der Restauration neu vernietete Kupplungskorb wird überprüft. Da das Startverhalten in den letzten Wochen auch schlechter geworden ist werden Kerzen, Zündzeitpunkt und Vergasereinstellung vor dem Start 2021 geprüft. Ebenso das Ventilspiel. Da sollte ein Nachstellen wegen der Kugelköpfe nicht erforderlich sein. Und normale Inspektion halt…

 

Start 2020

Nun sind die ersten Touren in 2020 absolviert. Nach einem Ölwechsel und nach der Kontrolle des Reifendrucks habe ich die ersten Kilometer ohne weitere Arbeiten abgespult.

Doch ein etwas unregelmäßiger Leerlauf, ein Wackelkontakt der Instrumentenbeleuchtung und die Neugierde zwangen mich zu einer  Frühjahrsinspektion. Dabei wurden folgendes erledigt:

  • Kontrolle Ventilspiel
  • Kontrolle Steuerkettenspanner
  • Kontrolle Säurestand Batterie
  • Kontrolle Zündzeitpunkt
  • Kompression geprüft (11bar auf beiden Seiten ohne Vergaser)
  • Prüfen Schwingenlager
  • Ändern einiger Parameter der Zündanlage um Startverhalten zu verbessern.
  • Da der linke Vergaser undicht war mussten beide Vergaser nochmal raus. Beim linken Gaser hatte sich eine Hülse gelöst und musste neu eingeklebt werden. Bei der Gelegenheit wurde auch die defekte Verschraubung einer Schwimmerkammer mit Gewindeeinsätzen repariert.
  • Öffnen des Drehzahlmesser: dort gab es nicht den vermuteten Wackelkontakt sondern eine „Lichtleitblech“ hatte sich gelöst und sorgte für das Flackern.
  • Die Leerlaufgemischschrauben wurden etwas herausgedreht da die Kerzen zu hell waren.
  • Vergasersynchronisierung überprüft, war noch top.

Nun läuft die XS wieder wie sie soll

 

Saisonende 2019

Nun ist die Saison 2019 für meine XS 650 zu Ende gegangen und die Yamaha ist mit Kilometerstand 46.842 und vollem Tank in den Winterschlaf geschickt worden.

Zeit für ein Fazit nach der Restauration:

Der Tankdeckel ist geblieben. Die billige Reproduktion aus Asien funktioniert zwar einwandfrei, doch die Chromoberfläche ist nicht wirklich schön. Allerdings habe ich keinen originalen Ersatz gefunden der gut und bezahlbar war und irgendwann habe ich mich damit abgefunden…

Die nigelnagelneuen Schwingenlager hatten bereits nach weniger als 2.000 Km vollständig den Geist aufgegeben, was zu einem Spiel von ca. 5mm am Ende der Schwinge führte. Die Nadeln eines Käfigs auf der Antriebsseite hatten sich in die zu weiche Achse eingearbeitet. Ich habe mich dann für ein Produkt eines anderen Herstellers entschieden. Großer Unterschied: viel breitere Aufnahmen für die Nadeln und keine Käfige für die Nadeln. Diese liegen lose im Nadelgehäuse. Dadurch tragen viel mehr Nadeln. Insgesamt dürfte die Auflagefläche gut doppelt so groß sein wie beim ersten Produkt…

Ölverlust. Leider ist der Motor nicht öldicht (geblieben). Mit der Zeit leckte es am Deckel der (ehemaligen) Fliehkraftverstellung raus. Dort war bereits der hitzebeständige Wellendichtring aus Viton zum Einsatz gekommen. Einige Versuche mit unterschiedlich tief eingesetztem Simmerring brachten nicht den gewünschten Erfolg. Erst ein „Spezialring“ mit Drall an der Dichtlippe führte zum Ziel. Auch war die Ölsteigleitung am Kopf rechts nicht dicht. Das ließ sich aber durch erneutes Verschrauben mit neuen ausgeglühten Kupferringen lösen.

Nicht dicht bekommen habe ich die Zylinderkopfdichtung. Diese leckt mehr oder weniger permanent trotz mehrfach und frühzeitig nachgezogenen Kopfschrauben. Es ist nicht viel doch bei einem neu gemachtem Motor ist das schon ärgerlich…

Leider spurt der neue verbesserte Anlasserfreilauf nicht zuverlässig ein. Ist nicht weiter tragisch, da ich eh kicke. Aber wenn schon, denn schon 🙂 Da gehe ich nochmal ran, wenn der Seitendeckel das nächste mal runter ist.

Doch insgesamt ist macht das Mopped spaß. Innognition, Hydraulicher Steuerkettenspanner, Kugelkopf-Ventileinstellschrauben sind tolle Verbesserungen und sorgen für alltagstaugliche Fahrfreude. Auch die 14mm Bremse mit Stahlflex Leitungen ist ein Gewinn.

Zum Schluss will ich noch die nicht ganz stilechten aber doch sehr wirkungsvollen LED Zusatzblinker erwähnen. Die sind ein großer Sicherheitsgewinn beim Abbiegen oder beim Spurwechsel gegenüber den alleinigen Ochsenaugen.

2020 kann kommen…

 

 

 

 

erste Fahrt

Die ersten 66 Km nach der Restauration sind nun abgespult. Das hat wetterbedingt etwas gedauert, immerhin ist die XS nun schon seit 3 Wochen fertig. Der Start hatte sich heute noch etwas hingezogen, da ich die Vergaser nochmal abnehmen musste. Nach dem Öffnen der Hähne lief ordentlich Benzin aus dem Überlauf einer Schwimmerkammer. Das war doch beim letzten Test alles dicht… Was soll´s; aufmachen, Schwimmernadelsitz ausblasen, zusammenbauen, anbauen -> danach alles wieder dicht.

Kurzes Fazit:

  • Motor läuft gut, stabiles Standgas, guter Durchzug. Die lastabhängige elektr. Zündung ist eine echte Verbesserung.
  • Fahrverhalten ist gut, allein es fehlt noch etwas Vertrauen.
  • Die etwas längere Übersetzung (18/33 Zähne) passt gut zu mir.
  • Das neue Lenkkopflager hat noch etwas Spiel und muss nachgestellt werden.
  • Der Motor ist (scheint) öldicht. Da habe ich etwas Sorge und hoffe er bleibt dicht.
  • Die Dämpfung der Gabel ist zu stark. Die ist regelrecht bockig, da muss ich nochmal ran und die Ölmenge reduzieren oder anderes Öl einfüllen…
  • Die Bremsen müssen noch weiter eingebremst werden damit die Bremsleistung wieder ok ist.
  • Der Scheinwerfer steht zu hoch und muss (bei Dunkelheit) eingestellt werden.

Das sind alles keine Aufgaben mehr und somit ist das Winterprojekt jetzt offiziell beendet.

 

Hier noch eine Auflistung der Umbauten/Änderungen/Verbesserungen gegenüber dem Auslieferungszustand:

  • Hauptscheinwerfer mit H4 Einsatz
  • Hella Ochsenaugenblinker zzgl. LED Blinker hinten
  • 14mm Bremspumpe mit Stahlflex Bremsleitungen
  • Kegelrollenlenkkopflager
  • Nadellager Schwinge
  • Koni Federbeine
  • Edelstahlspeichen, hinten verstärkt
  • X-Ring Antriebskette
  • Übersetztung etwas länger (Antrieb 18/33 Zähne statt 17/33)
  • hydraulischer Steuerkettenspanner
  • verbesserter Anlasserfreilauf
  • Ventileinstellschrauben mit Kugelkopf
  • elektronische Zündanlage „Innognition“

 

 

Nachtrag

Aufgrund des nassen Wetters hat die renovierte XS die Garage noch nicht verlassen. Eine Probefahrt mit anschließendem „Feintuning“ des Vergasers und eventuell anderer Sachen hat leider noch nicht stattgefunden.

Bei den letzten zwei Probeläufen in der Garage sprang die XS allerdings sehr spät und miserabel an, lief schlecht und spuckte nur so vor sich hin. So habe ich heute nochmal nach dem rechten geschaut.

Als erstes mussten nochmal die Benzinhähne runter. Bei denen hatte ich leider die Abgänge zu den Schläuchen vertauscht, was dazu führte, dass die Hähne jeweils auf der falschen Seite montiert waren. Das funktionierte zwar einwandfrei, jedoch lag die „off“ Stellung dann hinten und nicht vorne, was sehr ungewohnt ist. Also wieder ein Step retour.

Den Zündzeitpunkt der neuen elektronischen Zündanlage habe ich nochmals überprüft, der ist ok. Nach einigen Startversuchen waren die Kerzen nass und sahen abgesoffen aus. Es fiel auf, dass die Kerzen nach Trocknung nur gelegentlich einen Zündfunken ausspuckten. Egal ob Iridium oder Standardkerzen. Mit dem Anlasser kamen bei rausgedrehten, aufgesteckten und gegen Masse gelegten Kerzen gar keine Funken. Allerdrings dreht der Anlasser auch ohne Kerzen nicht sehr schnell, was vielleicht an der schon 6 Jahren alten Batterie liegt. Da ich bisher immer nur gekickt habe war mir die Batterie bisher nicht wichtig. Zurück zum gelegentlichen Funken beim Kicken; ich bemerkte, dass nur bei sehr schnellem und beherztem Kicken ein kräftiger Funke kam. Die Zündspulen und Kabel hatte ich nicht im Verdacht, da diese mit der Kontaktzündung fehlerfrei liefen. Ich überlegte wieder auf Kontakte zurückzubauen, doch  erinnerte ich mich an einen Hinweis vom Hersteller, dass es eine Mindestdrehzahl gibt die erreicht werden muss, damit überhaupt ein Funke generiert wird. Diese und andere Parameter können per Software verändert werden. Speziell für die „beinlahmen“ gibt es ein Update. Ich gehöre also zu den Langsamtretern. Da bin ich überrascht, da ich die XS bisher immer problemlos angetreten bekommen habe.

Also: XS meets Notebook. Nach dem Aufspielen des Update in die Zündbox scheint der Spuk ein Ende zu haben. Es dauerte noch etwas, bis die sehr abgesoffene XS sich freigelaufen hatte, sauber Gas annahm und nicht mehr spuckte. Die Probefahrt kann kommen…